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Uertekorporation - Unsere Geschichte

1. Ansiedlung der Bewohner[top]
Die Ansiedlung der Bewohner in Dallenwil stiess auf grosse Hindernisse. Auf der Talsole floss das Aawasser zwischen Sandbänken und Erlenwäldchen, und überflutete von Zeit zu Zeit das gesamte Talgebiet. Links und Rechts davon erstreckten sich steile Wälder. Auch der Steinibach suchte sich seinen Weg durch die steilen Geröllhalden und Erlenwälder. Erste Aufzeichnungen über das Leben
in Dallenwil zeigen, dass bis zur Jahrhundertwende die Bewohner von Dallenwil Selbstversorger waren.

Die ersten Ansiedler bewirtschafteten die schöner gelegenen Partien und Matten auf der rechten Talseite gegen Wiesenberg. Das unfruchtbare Randgebiet an den Hängen und auf der Talsole war Allgemeingut, und bildete später den Grundbesitz der Uertekorporation. Von diesem herrenlosen Lande konnte jeder nehmen was er brauchte.


2. Entstehung der Uertekorporation [top]
Die Uerte ist ein Wirtschaftsverbund der aus den verschiedenen Einflüssen und Schwierigkeiten bei der Besiedlung von Dallenwil gewachsen ist. Das genaue Gründungsjahr der Uertekorporation Dallenwil ist ungewiss. Die älteste Erwähnung geht auf das Jahr 1408 zurück. Das bedeutet, dass die Uerte seit ca. 600 Jahren besteht. Es gab sie aber sicher schon früher aber damals konnte noch keiner schreiben.


3. Uerte als Gesetzgeber [top]
Als die Bevölkerung wuchs, brauchte es Regeln zur Nutzung des Landes. Gemeinsame Aufgaben riefen nach gemeinsamen Lösungen. Aufgaben wie Bäche unterhalten, Wege anlegen und Grenzen ziehen mussten gemeinsam angegangen werden. Auch mussten Vereinbarungen und Regeln zur Nutzung des herrenlosen Landes geschaffen werden. Dazu wurden Gesetze eingeführt und fehlbare bestraft. Zu diesem Zeitpunkt, ca. 1350, gab es keinerlei andere Körperschaften.

So entstand die Uerte als Gesetzgeber und Überwacher. Zuerst gab es nur mündliche Vereinbarungen. Niemand konnte zu dieser Zeit schreiben. Später wurden die Bestimmungen schriftlich niedergelegt. So zum Beispiel 1408 / 1436 und 1460.

Das erste bekannte Uertegesetz datiert auf das Jahr 1493, als sich die Wiesenberger Uerte und
die Dallenwiler Uerte zusammenschlossen. Das damalige Verhältnis zwischen den Wiesenbergern und den Dallenwiler war so locker das dieser zusammenschluss keinen Widerspruch fand. Wir
waren also schon vor 510 Jahren sehr kooperativ und fortschrittlich.
In diesem Gesetz war der Verkauf von Grundbesitz der Uerte verboten, dies aus Angst, die adlige Herrschaft und die Klöster könnten das Land erwerben und das einfache Fussvolk würde zur Knechtschaft gezwungen. Aus diesen vergangenen Jahrhunderten sind sehr viele Gerichtsfälle bekannt. Darin ging es vor allem um Holz- und Wegrechte, aber auch um unerlaubte Benützung von Wald, Allmend- und Eggwaldparzellen.


4. Die Uerte im 15. Jahrhundert [top]
Nach der vollen Ausbildung der Uerte als selbständige Istitution, wurde Dallenwil zu einem eigenen Gemeinwesen und damit zu einem Glied des Landes Unterwalden nid dem Wald.
Die Landleute konnten an der Landsgemeinde mithelfen über die sozialen und politischen Belange des Kantons zu entscheiden.
Der Landrat entstand aus den Vertretern der elf politischen Uerten. Dallenwil hatte 4 Sitze.
Auch die Gerichte wurden von den Uerten bestellt. Dallenwil hatte 1 Sitz.


5. Erste erwähnte Namen die es heute noch gibt [top]
Im Steuerrodel von 1336 wurde erstmals der Name Joller und 1396 der Name Odermatt erwähnt.


6. Organisation der Uerte [top]
Oberstes Organ der Uerte war die Uertegemeindeversammlung. Leitendes Organ war der Uertevogt, dessen Name bis zum heutigen Datum erhalten blieb. Ihm unterstellt waren verschiedene Vögte, so gab es zum Beispiel den Bachvogt, den Aawasservogt, den Eggwald-riedvogt den Kapellvogt und den Schulvogt. Oberste Aufgabe der Uertebehörde war es, die Uertegüter zu schützen.

Die Uertebürger mussten ihren Beitrag in der Form von Frondiensten erbringen. So musste ein Bürger pro Jahr 12-17 Frondiensttage leisten. Dabei wurden Arbeiten zur Wuhrsicherung von Steinibach und Aawasser, aber auch Waldpflege und Wegunterhalt erledigt.


7. Uertner – nicht Uertner [top]
Ursprünglich war die Nutzung der Güter rund um die Besitzungen allen Bewohnern zugänglich. Doch bei der Zunahme der Bevölkerung fühlten sich einige Leute durch Zuzüger in ihren Rechten eingeengt. Die Uertegemeinde entschied, dass in Zukunft nur noch Geschlechter, die bereits eine bestimmte Zeitdauer in Dallenwil gewohnt hatten, das Nutzungsrecht besitzen. Wann dies geschah ist nicht bekannt. Von da an gab es Uertner und nicht Uertner. Leute die aus anderen Uertegemeinden des Kantons in Dallenwil Wohnsitz nahmen nannte man Beisassen. Noch weniger Recht hatten die Hintersassen, diese stammten aus anderen Kantonen, diese hatten aber die möglichkeit sich einzukaufen.
Von dieser Möglichkeit des Einkaufs haben verschiedene Zuzüger die heute noch die Uertegeschlechter von Dallenwil bezeichnen gebrauch gemacht ;

1433 Christen
1500 Niederberger
1500 Wagner
1644 Durrer
1684 Peter

Zusammen mit den Joller und den Odermatt sind das die heute noch geltenden
7 Uertegeschlechter.


8. Gründung der Kaplanei [top]
1473 wurde die erste Kapelle erbaut und in den Grundbesitz der Uerte übertragen.
1576 liessen die Uertner zu Ehren der ungeteilten Dreifaltigkeit eine Holztafel schnitzen, malen und vergolden. Die Uertegemeinde beschloss dann alljährlich eine Stiftsmesse zu halten. Somit wurden die Heiligen Messen in Dallenwil eingeführt. Einen Teil dieser Tafel befindet sich im historischen Museum in Basel.
Als ersten Schritt zur Einrichtung einer eigenen Pfarrei erbaute die Uerte im Jahre 1685 ein Pfrundhaus, eine Kaplanei. Die Uerte war durch den Stiftungsbrief gehalten Ihre Beiträge zum Unterhalt des Kaplans beizutragen. Sie musste das Pfrundhaus mit einem kleinen Gärtchen dem Seelsorger überlassen, jährlich einen Ruben Ankenstock spenden ( 8 kg ) und Ihm das Recht einräumen auf der Allmend unentgeltlich 1 Kuh weiden zu lassen.


9. Aenderung mit neuer Verfassung [top]
Im Jahre 1848 erfuhr die Uerte einen tiefgreifenden Wandel. Durch die neue Bundesverfassung wurde sie aller bisherigen Rechte und Pflichten der Verwaltung und Gesetzgebung enthoben. Erstmals wurden politische Gemeinden geschaffen, die die bisherigen Verwaltungsaufgaben der Uerte übernommen haben. Die sogenannten Beisassen wurden den Uertnern gleichgestellt. Sie erhielten jedoch keinen Anteil am Besitz der Uertebürger. Von da an war die Uerte nicht mehr Staatsorgan, sondern eine privatrechtliche Genossenschaft. Wegen der Gemeinde umfassenden Grösse, hatt die Uerte aber noch lange ein bedeutendes Wort mitzureden. Auch verlief der Vollzug der Aenderung nur sehr langsam. So wurde das Schulhaus mit Umgelände erst 1904 zum Preise von Fr. 6'000.-- an die Schulgemeinde verkauft. Das Sigristenhaus mit Anteil Holzhütte erwarb die Kirchgemeinde sogar erst am 21. August 1906.


10. Entwicklung in der Neuzeit [top]

Waldfläche [top]
Im Gebiet Wiesenberg führte die Uerte anfangs 1900 sehr viele Gerichtsfälle und Streitigkeiten betreffend der Waldmarchen mit den Alp- und Güterbesitzern von Wiesenberg. Im Jahre 1925 entschied das Gericht den langjährigen Streit zugunsten der Güterbesitzer Wiesenberg. Dadurch musste die Uerte praktisch den ganzen Eggwald abgeben. Um diesen Waldverlust auszugleichen, wurden im Eggwaldgebiet eine grosse Fläche mittels 54'640 Pflanzensetzlingen aufgeforstet und das Eggwaldgebiet wurde entwässert.

Eine Kontrolle und Zählung des Uertewaldes in den Jahren 1933/34 ergab einen Bestand von 83'098 Bäumen, zeigte aber auch auf, dass der Wald über die Dauer von 20 Jahren massiv übernutzt wurde. Schuld daran waren die Zwangsnutzungen nach dem 2. Weltkrieg. Um Ersatz zu schaffen, kaufte man die Bergliegenschaft Heinzi mit einer Fläche von 5.15 Hektaren. Auf dieser Liegenschaft schuf man einen Pflanzgarten für Jungpflanzen. Die Restfläche wurde mit 30'000 Setzlingen aufgeforstet.

Waldwirtschaft [top]
Das Gebiet der Uertekorporation umfasst 301 Hektaren Waldgebiet. Dieses erstreckt sich vom Brandboden bis zum Blattigrat und bis hinauf zum Gummengrat und hinunter zum Kraftwerk Oberau. Aus dieser Waldfläche ergibt sich eine durchschnittliche Jahresnutzung von 1'200 Kubikmeter Holz.
Um diesen Ertrag zu erwirtschaften, muss der Wald aber dauernd gepflegt werden. Einer dieser Pflegemassnahmen ist das Ausforsten des Waldes, das heisst das Entfernen von allem unnötigen Unterholz und von kranken Bäumen, damit die Hauptbäume genügend Licht und Bodennährstoffe erhalten.
Leider decken sich bei der Bewirtschaftung dieser steilen Wälder Kosten und Ertrag schon lange nicht mehr. Die Holzpreise bewegen sich auf einem tieferen Niveau als vor 50 Jahren. In dieser Zeit sind jedoch die Löhne und Sozialleistungen um ein Mehrfaches gestiegen. Dies führt dazu, dass die Korporation bis zu Fr. 100'000.-- pro Jahr in die Pflege der Dallenwiler Schutzwälder investiert. Diese massiven Aufwendungen sind Massnahmen der Uerte zum Wohle der ganzen Bevölkerung von Dallenwil und beschränken sich somit nicht auf einen privilegierten Kreis von Uertebürgern.

Der grösste Teil dieses Waldes wurde in den letzten Jahren als Schutzwald eingestuft und ausgeschieden. Für die Pflege dieser Schutzwälder werden nun subventionierte Projekte zur Pflege und zur Holzbewirtschaftung ausgearbeitet. Nur so ist es möglich, den für uns lebensnotwendigen Schutzwald auch in Zukunft die nötige Pflege zukommen zu lassen.

Forstbetrieb [top]
In der vergangenen Jahrhunderten wurde die Waldnutzung mittels Frondienst erledigt. Später wurde ein Bannwart im Nebenamt angestellt, der im Winter zusammen mit Taglöhnern mittelst einfachsten Handwerkzeugen das Holz fällte und aufrüstete, und den Wald pflegte.
Seit 1977 führt die Uertekorporation einen professionellen Forstbetrieb, der von einem Forstwart Vorarbeiter geleitet wird. Seit dem Jahre 1991 bildet der Forstbetrieb auch regelmässig Forstwartlehrlinge aus. Aber auch bei den eingesetzten Maschinen hat sich in den letzten Jahren einiges gewandelt. Heute verfügt der Forstbetrieb über moderne Maschinen wie Forsttraktor mit Seilwinde, Pneubagger, Seilwinden, Raupendumper, Waldrapp sowie Personalfahrzeuge.

2005 konnte mit der Genossenkorporation Buochs eine Vereinbarung für die Zusammenarbeit im Forst getroffen werden. Seit 2 Jahren können wir alle Forstlichen Arbeiten im 300 Hektaren grossen Buochser Schutzwald ausführen. 2006 fand die Zertifizierung des FSC und Q Label’s statt

Spezialisten für Verbauungen [top]
In den letzten Jahren hat sich der Charakter des Forstbetriebes stark gewandelt. Nebst den typischen Holzerarbeiten hat sich der Forstbetrieb zum Spezialisten für Hang- und Bachverbauungen mittels Steinkörben und Holzsperren gewandelt. Angefangen haben diese Arbeiten mit der Verbauung der Hexenrübi in den Jahren 1981-1990. In den letzten Jahren konnte der Forstbetrieb umfangreiche Entwässerungen und Verbauungen für die Pol. Gemeinde Dallenwil im Gebiet Bleikiried und Krättlig ausführen. Auch die Verbauung des Blattigrabens konnte die Uerte als Bauherr mit eigenem Personal realisieren. Damit hat sich der Forstbetrieb ein zweites, wichtiges Standbein geschaffen. Zur Zeit beträgt der Anteil Waldarbeiten –Verbauungsarbeiten je ca. 50 %.

Uerteverwaltung [top]
In der zweiten Jahrhunderhälfte hat die Uerte in der Allmend und auf Wirzweli einiges an Bauland verkauft. Um die Substanz der Korporation zu erhalten, wurde deshalb einiges in Wohn- und Gewerbebauten investiert (siehe Tabelle).

Bauaktivitäten der Uerte

1967  Bau Skilift Eggwald
1969  Bau MFH Allmendstr. 2 (Renovation 2007)
1974  Bau MFH Allmendstr. 4 (Renovation 1999)
1975  Bau Berghaus Lueg is Tal
1975  Kauf Gasthaus zum Kreuz (Renovation 1997 und 2002)  
         Terassenverglasung und Neubau Rollstuhlrampe 2006
1993  Bau MFH Allmendstr.6
2004  Bau des Uertizentrum’s mit Holzschnitzelheizung für den Wärmeverbund Allmend,
         Giessenallmend und Brandboden
2005  Erschliessung der Pauparzellen im Steini mit dem Bau einer zentralen Holzschnitzelheizung 
         für den Wärmeverbund Steini.

Uerterat
siehe Uerterat »

Einsatz für die Gemeinde [top]
Auch in diesem Jahrhundert hat die Korporation einige Leistungen für die Allgemeinheit erbracht. Die schweren Unwetter 1981/82 haben die Uerte für die Behebung der Schäden am Steinibach Fr. 242'000.-- gekostet. Aber auch an die Verbauung des Steinbaches hat die Uertekorporation als einziger Grundeigentümer einen Kostenbeitrag von Fr. 600'000.-- geleistet. Für die Schule und die Kirche hat sich die Korporation auch in der Neuzeit eingesetzt. So stellte sie für das neue Schulhaus und die Turnanlage gratis Bauland zur Verfügung, und auch an die Kirchenrenovation wurden Fr. 100'000.-- gespendet. So hat sich im Laufe der Jahrhunderte das Wesen der Uerte gewandelt. Der Ertrag ihrer Güter und der Nutzen der kostenintensiven Pflege der Dallenwiler Schutzwälder kommt in der Neuzeit noch vermehrt allen Bewohnern von Dallenwil zu Gute.

Aktuelle Infos [top]
Der Rat befasst sich laufend mit der Strukturbereinigung im Forstwesen. Die Sparmasnahmen des Bundes machen sich im Forstbereich klar bemerkbar. Um dieser Strategie folge zu leisten braucht es ein Umdenken. Es sind Visionen und Ideen gefragt. Wir haben Ideen und Visionen. Der Uerterat bemüht sich neue Wege zu gehen und neue Märkte zu erschliessen. Um diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden, muss professioneller organisiert und gearbeitet werden. Die Erweiterungen unserer 2 Wärmeverbundanlagen verlangen vom Rat Weitsicht, Mut und Initiative ab. Von unseren Bürgerinnen und Bürgern braucht es das notwendige Vertrauen und die Zustimmungen der Kreditvorlagen. Die Rats und Verwaltungsarbeiten sowie die Führung des Forstbetriebes sind grosse Aufgaben die Mehrheitlich in der Freizeit von den verantwortlichen Persönlichkeiten ausgeführt werden. Seit April 2006 ist der Uertevogt mit einem Arbeitspensum von 20 % von der Uertekorporation angestellt. Er ist immer Mittwochs im Büro des Uertizentrums.
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